Identitätsorientierte Psychotraumatherapie (IoPT)
Das Wissen vom Trauma und das Heilen der Wunde
Der Begriff Trauma (altgr.: Wunde) ist mittlerweile oft zu hören. Vermutlich denken viele Menschen dabei an einmalige traumatische Ereignisse, wie heftige Verkehrsunfälle, Raubüberfälle oder Naturkatastrophen.
Viel verbreiteter und weniger beachtet, als diese einmaligen traumatischen Erfahrungen, sind Beziehungs- und Lebenserfahrungen aus der frühen Kindheit, die uns auf fast unmerkliche, subtile Weise prägen, innerlich formen und konditionieren.
Im Leben eines Menschen zeigt sich deren Wirkung oft erst sehr viel später. Diese frühen Traumata der Bindung haben einen enormen Einfluss auf unsere Entwicklung, auf unserer Identität.
Identität ist die Summe aller bewussten und unbewussten Lebenserfahrungen eines Menschen.
Man kann nichts aus seinem Leben ausklammern, ohne sich damit selbst zu verleugnen.
„Solange du das Unbewusste nicht bewusst machst, wird es dein Leben lenken und du nennst es Schicksal.“
C. G. Jung
John Bowlby erkannte, dass es dysfunktionale Muster des Bindungsverhaltens gibt und sich diese Bindungsmuster im Leben wiederholen.
Alle Erfahrungen, die wir in unserer Kindheit machen, haben Auswirkungen auf unser Leben. Auch dann, wenn wir diese mit dem Erlebten erst einmal nicht bewusst in Zusammenhang bringen können.
In der frühen Kindheit und sogar vorgeburtlich erhalten wir Prägungen die in unserem Leben wirksam sind.
Unser Nervensystem wird von unseren ersten Lebens- und Beziehungserfahrungen geformt.
Deshalb legt diese Zeit auch das Fundament für unser späteres Verhalten und Erleben und dafür, wie wir uns selbst wahrnehmen und wie wir mit dieser Erfahrung in die Welt sehen und gehen.
„Wer sich selbst nicht versteht, versteht auch die Welt nicht.“
Franz Ruppert
Die Ursache dafür, ob wir Menschen ein gutes Leben führen können oder uns gegenseitig daran hindern, liegt nicht so sehr in unserer natürlichen Umgebung, letztlich liegt das in uns selbst begründet.
Jeder Mensch, der einem anderen Menschen Gewalt antut, traumatisiert sich dadurch auch selbst und muss zur Rechtfertigung seiner Gewalt Zuflucht in verschiedene Strategien nehmen.
Im Grunde ist jedes zwischenmenschliche Problem auch ein psychisches Problem. Um es dauerhaft zu lösen, muss und kann es deshalb nur auf der psychischen Ebene angegangen werden.
Die überlebenswichtige Verdrängung unseres traumatischen Erlebens bewirkt eine Spaltung unserer Psyche. (Krankheits-) Symptome, Blockaden, Störungen und Einschränkungen im Leben sind oft Ausdruck unserer verdrängten, unbewussten psychischen Anteile. Eine gesunde Identität, ein gesundes ‚Ich‘ zu entfalten heißt, die Existenz unserer abgespaltenen Anteile erst einmal anzuerkennen und ihre Anwesenheit im Körper wahrzunehmen.
Dieser Prozess braucht einen sicheren Raum.
Ausgehend vom eigenen Anliegen unterstützt die Selbstbegegnung in Einzel- und Gruppenarbeit einen Menschen darin, seine gesunde Identität zu finden.
In diesem Prozess kann sich die Lebensenergie mit der eigenen Herzenswärme verbinden. Das Äußere verblasst nach und nach und ermöglicht echte Präsenz.
In echter Präsenz weiß ich wer ich bin.
Das beginnt, wenn ich meine innere Welt und alles, was mir widerfahren ist, in den Mittelpunkt meiner Erkundung stelle. Wenn ich in der Lage war, meinen eigenen zugrundeliegenden Schmerz über das, was mir widerfahren ist, zu spüren und alle Gefühle zu fühlen, die damit verbunden sind, Ich zu sein.“
„Don’t turn away. Keep your gaze on the bandaged place. Thats, were the light enters you.“
Rumi
Die Methode
Selbstbegegnung mit einem Anliegen
Die Anliegenmethode basiert auf der Identitätsorientierten Psychotraumatheorie (IoPT) und wurde von Prof. Dr. Franz Ruppert entwickelt.
Über Resonanzphänomene gewinnen wir Zugang zu unbewussten und teilweise präverbal gespeicherten psychischen Strukturen, Empfindungen und Emotionen, die in frühkindlichen oder vorgeburtlichen Bindungserfahrungen entstanden sind. Dadurch erhalten wir die Möglichkeit, die Vielfalt der eigenen Trauma-Überlebensstrategien und ihre Wiederholungsmuster zu erkennen und verdrängte Erfahrungen und Gefühle emotional zu verarbeiten.
Diese psychisch zu integrieren und wieder „psychisch ganz“ zu werden ist der Kern der Selbstbegegnung.
Dabei gibt es keinen Versuch eine Lösung zu „konstruieren“.
Im Mittelpunkt steht, was innerlichreal ist. Diese innere Realität müsste sonst weiterhin umgedeutet, uminterpretiert und verdrängt werden. Die Ursache für Probleme und Konflikte, nämlich die psychische Abspaltung verdrängter Gefühle, bliebe bestehen und würde im Verborgenen weiter wirken.
„Bei allem was mir geschieht, sich in meiner Welt ereignet, muss ich mir die Frage stellen: Was ist mit mir geschehen, dass ich jetzt auf diese Weise auf dieses äußere Ereignis reagiere? Natürlich gibt es Ungerechtigkeit und Unrecht da draußen.
Aber meine Toleranz gegenüber dem Schmerz oder dem Leiden das es mir verursacht, hat damit zu tun, wer ich bin und was aus meiner eigenen Vergangenheit mir immer noch Leiden bereitet und durch die Ereignisse der Gegenwart wieder ausgelöst wird.“
Vivian Broughton
Gewiss braucht es Mut sich die eigenen Ängste, Gefühle und inneren Verwicklungen anzusehen, ohne genau zu wissen, was sich während einer Selbstbegegnung zeigen wird.
Mit jedem Symptom spricht unser Körper mit uns. Eine Einladung, nach innen zu lauschen. Wo brauche ich Klarheit? Wo drängen sich mir Fragen auf? Was liegt mir am Herzen?
Darin begleite ich Dich sehr gern, denn nur Du kannst den Weg Deiner Heilung gehen.
„two of the great lessons humanity
will learn in the 21st century will be:
To harm another is to harm oneself
When you heal yourself, you heal the world“
Diego Perez
Meine Angebote
Individuelle Arbeit (Einzelsitzung)
- in der Praxis
- online
Arbeit in der Gruppe (Offene Gruppe)
- 17291 Prenzlau, Diesterweg 6
- online auf Wunsch und nach Anmeldung
Kosten
Eine Selbstbegegnung online oder in Gruppe: 90,- €
Anmeldungen bitte unter:
- Tel.: +49(0)177 21 11 202
- Email: